Mobile elektronische Datenerfassung bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV)

Ziel des Projekts ist die Vereinfachung und Optimierung der Zusammenarbeit von rettungsdienstlichen Einsatzkräften bei Massenanfällen von Verletzten (MANV) durch ein mobiles computerbasiertes Dokumentations- und Informationssystem. Eine rechnergestützte Lösung, die als Ersatz und funktionale Erweiterung des derzeit papierbasierten Systems von den Nutzern akzeptiert werden soll, muss folgende für einen MANV charakteristischen Umstände berücksichtigen:

  1. Die Benutzer haben teilweise kaum praktische Erfahrung mit der besonderen Situation eines MANV.
  2. Die Benutzer werden physisch und psychisch stark beansprucht.
  3. Die Benutzer müssen vielfältige Aufgaben wahrnehmen und unter Zeitdruck agieren.

Die Grundkonzeption des Systems, mit dem der skizzierten Problematik begegnet werden soll, folgt dem Care&Prepare-Prinzip:

  1. Care: Das MANV-System und insbesondere dessen Benutzungsschnittstelle müssen so ausleget sein, dass den Kontextbedingungen (physisch, psychisch, zeitlich, polytelisch) der  Benutzer Rechnung getragen wird. Insbesondere müssen die kognitiven und perzeptiven  Potenziale und Beschränkungen von Menschen im Kontext beanspruchender Tätigkeiten  berücksichtigt werden.
  2. Prepare: Der Grundstein für den erfolgreichen Einsatz eines mobile elektronischen Datenerfassungssystems für den MANV wird im rettungsdienstlichen Regeldienst gelegt.

Zentrale Motivation zur Entwicklung dieses neuen Systemkonzepts ist die Überzeugung, dass Computerunterstützung im Bereich MANV nur erfolgreich sein kann, wenn das entsprechende System eine „natürliche“ Erweiterung eines bei der täglichen Arbeit eingesetzten Systems darstellt. Mit dem Fokus auf der Gebrauchstauglichkeit der Benutzungsschnittstelle eines solchen Systems werden zunächst innovative Interaktionsmöglichkeiten (Multi-Touch, Gestik, Sprache) und moderne Eingabegeräte (Smartphone, Tablet-PC) mit repräsentativen Benutzern evaluiert und auf die aufgaben- und organisationsbezogene Anforderungen abgestimmte Interaktions- und Kommunikationsmodelle etabliert. Die Entwicklungsmethodik folgt aktuellen Software-Entwicklungsmodellen nach dem Usability-Engineering, insbesondere den Methoden des User-Centered System Design, Feature Driven Design sowie Contextual Design.

Kooperationspartner: 

Behra Unternehmensberatung GmbH, Hamburg

Gefördert durch: 

Förderprogramm Hochschule-Wirtschaft-Transfer (HWT III) der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein und Behra Unternehmensberatung GmbH

Projektzeitraum: 
Mär 2011 - Mai 2013