Altersdifferenzierte Entwicklung eine Interaktionsparadigmas für die Konfiguration einer immersiven Virtual Reality Umgebung

Da die meisten Anwendungen in Virual Reality (VR) nicht mit der Zielgruppe der älteren Menschen gestaltet werden, wurde in dieser Arbeit ein altersdiffenziertes Interaktionsparadigma für VR-Umgebungen anhand einer Konfigurationsaufgabe entwickelt. Dabei wurden zunächst die gebräuchlichen Interaktionsformen miteinander verglichen und hinsichtlich der Nutzbarkeit für ältere Menschen bewertet. Daraufhin wurden die Interaktionsformen Hand-Tracking und Tracked Hand-Held Controller ausgewählt und miteinander verglichen. Dabei lag der Fokus darauf, welche Interaktionsformen die Presence der Nutzer am wenigsten beeinträchtigt. Ein weiterer Bewertungspunkt war die Usability der Interaktionsform. Für das Hand-Tracking wurde deshalb ein physischer Stellvertreter (Physical Proxy) verwendet, um die fehlende Haptik zu ersetzen. Um die Auswirkungen von Problemen mit der genauen Positionierung des Physical Proxys abschätzen zu können, wurde sowohl das Hand-Tracking mit Physical Proxy als auch das Hand-Tracking ohne Physical Proxy mit der Controller Interaktion verglichen. Außerdem wurde eine grafische Benutzungssschnittstelle (Graphical User Interface, GUI) zur Interaktion entwickelt. Mit diesem sollte in der mittels Unity entwickelten VR-Umgebung Aufgaben zur Einstellung der Beleuchtungsintensität gelöst werden. Dies geschah mittels eines Tablets, welches den Physical Proxy darstellte. Auf diesem befand sich die GUI, welches jeweils eine diskrete und eine kontinuierliche Variante zur Einstellung der Beleuchtungsintensität beinhaltete. In einer summativen Evaluation wurde anschließend Presence, Usability und die benötigte Zeit gemessen und auf Grundlage dessen ein Fazit zum Vergleich der Interaktionsformen gezogen. Die Presence war hierbei bei allen Interaktionsformen sehr ähnlich. Einen deutlichen Unterschied machte allerdings die Usability, welche beim Hand-Tracking mit Physical Proxy wesentlich höher als beim Hand-Tracking ohne Physical Proxy war. Die Controller Interaktion besaß dabei eine etwas schlechtere Usability als das Hand-Tracking mit Physical Proxy. Auch die qualitativen Rückmeldungen der Nutzer sprachen sich für das Hand-Tracking mit Physical Proxy aus. Insgesamt sind beide Interaktionsformen für die Nutzung mit älteren Menschen geeignet und die Wahl ist abhängig von dem gewählten Szenario. Lediglich von der Nutzung von Hand-Tracking ohne Physical Proxy ist abzuraten.

Art der Abschlussarbeit

Status der Arbeit

Betreuer/in

Prüfling
Julia Plaumann

Starttermin

Apr 2021

Abgeschlossen

Dec 2021