5G-TELK-NF

Vermittlung von Technologievertrauen und Technologieverständnis

Zeitraum: Seit January 2021 bis December 2023

Projektbeschreibung

Vertrauen ist eine wichtige Ressource in jeder Interaktion – sowohl zwischen Menschen als auch zwischen Menschen und Technologie. Gerade bei neuen, unvertrauten oder weniger leicht greifbaren (abstrakten) Technologien ist der Aufbau beziehungsweise die Kalibrierung eines angemessenen Vertrauens eine essenzielle Aufgabe für die menschzentrierte Systemgestaltung. Vertrauen ist damit ein zentrales Konzept der Ingenieurpsychologie und stellt in vielen Kontexten auch ganz praxisnah eine wichtige Grundlage für die Akzeptanz von Technologien dar. Bisher liegt ein Schwerpunkt der ingenieurpsychologischen Forschung zu Vertrauen in sozio-technischen Systemen auf Kontexten, in denen sich Vertrauen bei Nutzer:innen auf Basis einer konkreten Interaktionserfahrung entwickelt (z. B. im Kontext des automatisierten Fahrens oder im Kontext medizinischer Assistenzsysteme). Die Kalibrierung von Vertrauen spielt allerdings ebenso in sozio-technischen Systemen, in denen eine direkte Interaktion mit der Technologie nur sehr bedingt stattfindet, eine Rolle.

Viele 5G-Technologien stellen einen solchen Kontext einer abstrakten Systemdynamik dar, in dem die relevanten Systemelemente nur begrenzt erfahrbar sind und mit vielen Systemkomponenten nie unmittelbar aktiv interagiert wird. Ein akkurates Technologieverständnis über 5G aufzubauen ist damit schwierig, weil wenig konkrete Interaktionserfahrungen gesammelt werden können. Zugleich finden intensive und kontroverse Diskussionen zum Thema in Medien und in der Bevölkerung statt, was zu weiterer Unsicherheit führt.

Für Innovationen in Bereichen wie der Mobilität ist der Ausbau der 5G-Netzverfügbarkeit jedoch ein relevanter Faktor und wird entsprechend stark vorangetrieben. So brauchen z. B. bestimmte Funktionen im Kontext des autonomen Fahrens Datenübertragungsraten, die nur mit 5G möglich sind.

In dem Projekt 5G-TELK-NF (kurz für die beteiligten Gemeinden Tinningstedt, Enge-Sande, Leck und Klixbüll in Nordfriesland) wird ein 5G-Campusnetz um den Flugplatz Leck aufgebaut. Auf diesem Gelände sollen zukünftig Anwendungen im Bereich des autonomen und vernetzten Fahrens (z. B. in Autobahnszenarien) und des unbemannten Flugverkehrs (z. B. für die frühzeitige Branderkennung) umfänglich getestet werden können.

Im Kontext dieses Projekts setzen wir uns intensiv mit den Informations- und Kommunikationsbedarfen der beteiligten Akteure (Bevölkerung, Technologie-Entwickler:innen und -Anwender:innen) auseinander. Im Sinne der nutzerzentrierten Technologiekommunikation sollen im Projekt Ansätze gefunden werden, wie ein angemessenes Technologievertrauen und ein akkurates Technologieverständnis optimal vermittelt werden können.

Beteiligt an dem Projekt ist ein interdisziplinäres Projektkonsortium, bestehend aus vier Forschungseinrichtungen, neun Unternehmen und einer Behörde.

Projektförderer

Projektpartner

Projektleitung

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Franke Dipl.-Psych.

Professor für Ingenieurpsychologie und Kognitive Ergonomie

franke [at] imis.uni-luebeck.de

Projektkoordination

Marthe Gruner M.Sc.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

gruner [at] imis.uni-luebeck.de

Projektbeteiligte

Birk Hagen

Studentische Hilfskraft

hagen [at] imis.uni-luebeck.de