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2020
10. März 2020 , 16:42

Erforschen neuer Ridesharing-Angebote: "in2Lübeck"

Die Zukunft der Mobilität in Lübeck steht im gemeinsamen Projekt von Stadtverkehr, Universität und Hansestadt im Fokus. Dabei geht es darum, wie kommunale Verkehrsangebote nutzerzentriert erweitert werden können.

BMBF unterstützt Projekt mit 98.000 Euro

Die Stadtverkehr Lübeck GmbH erhält vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Fördermittel zur Erforschung weiterer flexibler Mobilitätsangebote in Lübeck. 98.000 Euro gehen an das Projekt mit dem Namen „In2Lübeck“, das gemeinsam vom Stadtverkehr, der Universität zu Lübeck und der Hansestadt Lübeck durchgeführt wird.

 „Mit LÜMO haben wir bereits in Lübeck ein flexibles Ride-Sharing-Angebot eingerichtet“, sagt Dr. Carolin Höhnke, Leiterin Mobilitätsmanagement und Verkehrsplanung der Stadtverkehr Lübeck GmbH. „Durch die Förderung ist es nun möglich, in dem Projekt „in2Lübeck“ allen relevanten Fragestellungen zu on-demand-Ridesharing-Modellen konzeptionell und wissenschaftlich nachzugehen“.

Mobilität im Fokus

Seitens der Universität steht dabei die Wahrnehmung und das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer im Fokus: „Damit das Projekt erfolgreich sein kann, müssen wir verstehen, wie die Menschen mit ihrer Mobilität umgehen. Letztlich ist sie eine Ressource wie auch Zeit und Geld. Wir wenden bestehende psychologische Erkenntnisse und Konzepte an, sodass sich innovative Mobilitätsformen problemlos an den Alltag angliedern lassen“, sagt Prof. Thomas Franke, der am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme forscht. 

Das BMBF hatte Verkehrsunternehmen und Kommunen aufgerufen, sich für eine Förderung zu bewerben. Das Ministerium unterstützt mit dem Wettbewerb „MobilitätsWerkStadt 2025“ rund 50 kommunale Projekte. Die Aufgabe dabei ist es, nachhaltige, innovative und passgenaue lokale Mobilitätskonzepte zu entwickeln. Mit der Förderung des BMBF soll dazu beigetragen werden, den Wandel der Mobilität nachhaltiger zu gestalten. 

Mit „LÜMO“ wurde im Februar 2018 bereits ein erster Schritt getan. Das Pilotprojekt läuft erfolgreich mit steigenden Fahrgastzahlen. Monatlich bestellen ca. 200 bis 250 Fahrgäste per Smartphone den flexiblen Tür-zu-Tür-Fahrdienst. LÜMO wurde allerdings nach einer sogenannten „Experimentierklausel“ nur für vier Jahre genehmigt. Danach ist es derzeit unklar, wie das Modell weiter betrieben werden kann. Hier setzt die Förderung für „In2Lübeck“ an.

Was wollen die Lübecker?

Besonderer Schwerpunkt der Forschungsarbeit wird die enge Zusammenarbeit mit den Nutzerinnen und Nutzern sein. „Wir wollen wissenschaftlich fundiert herausfinden, wie sich Lübeckerinnen und Lübecker ein modernes Ride-Sharing-Angebot vorstellen und wie es für sie zugeschnitten sein könnte“, betont Dr. Carolin Höhnke. Wie kommt  der neue Service bei älteren Menschen an? Wann und wo kann LÜMO sinnvoll eingesetzt werden? Wird LÜMO ein Zubringer zum Linienbusverkehr sein oder ihn zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Gebieten ersetzen?

Diese und andere Fragen werden im Rahmen des Förderprojektes beantwortet und ein modellhaftes Konzept wird dabei entwickelt, das bei Erfolg auch auf andere Kommunen übertragen werden kann.