Historytelling

Altersgerechten Gestaltung von Mensch-Technik-Schnittstellen

Projektbeschreibung

Das Historytelling-Projekt verfolgt das Ziel, älteren Menschen zu befähigen ihre Lebensgeschichte mit Hilfe einer digitalen Plattform zu schreiben und zu veröffentlichen und diese mit anderen Menschen zu teilen. Aus diesem Grund hat das Projekt Implikationen sowohl auf der persönlichen, auf der familiären als auch auf der gesellschaftlichen Ebene.

Auf der persönlichen Ebene bietet Historytelling unter anderem die Möglichkeit, der Reminiszenz, Biographiearbeit und die Stärkung des Kontakts zur eigenen Geschichte, der Verknüpfung mit anderen, der sozialen Teilhabe und des Lebenslangen Lernens.

Auf der familiären Ebene können neue Gruppen innerhalb der Familie oder neue Freundschaften entstehen. Außerdem wird ein generationsübergreifender Wissenstransfer ermöglicht.

Auf der gesellschaftlichen Ebene bietet das Historytelling-Projekt die Möglichkeit, Geschichte multiperspektivisch und multimedial zu erleben, die Teilhabe älterer Menschen an der Gemeinschaft und die Würdigung des Erfahrungswissen älterer Menschen.

Kern des Historytelling-Projektes ist eine interaktive soziale Netzwerkseite, auf der es den Teilnehmenden möglich ist, ihre Lebensgeschichte aufzuzeichnen, multimedial anzureichern und beispielsweise in einen räumlichen und zeitlichen Kontext einzugliedern. Zwischen verschiedenen Geschichten können so Verbindungen hergestellt werden, um ein Ereignis aus verschiedenen Perspektiven erlebbar zu machen. Zudem können Geschichten beispielsweise im familiären oder öffentlichen Rahmen geteilt werden, sodass eine Interaktion zwischen Teilnehmern der Plattform über Geschichten entstehen können und die entstandenen Geschichten so wertgeschätzt werden.

Dreigeteiltes Bild. Auf der linken Seite sieht man eine alte Person, die ihren Laptop nutzt. Um sie herum stehen Bilder. Im mittleren Bild sieht man die gleich ältere Person zusammen mit ihrem Enkel. Er hat ein Smartphone in der Hand und zeigt auf ein Bild in einem Photoalbum, das die ältere Person in der Hand hält. In dem rechten Bild sieht man ein Rock and Roll Tanzcafé, das aus mehreren Puzzle-Teilen zusammen gesetzt ist. Im unteren Teil sieht man Bilder von Menschen, die Sprechblasen über ihren Köpfen haben. In diesen sind weitere Puzzle-Teile zu sehen.
Visualisierung der Implikationen des Historytelling Projektes auf der persönlichen, familären und gesellschaftlichen Ebene. (Zeichnung von Kai Simons)

Ein zentraler Aspekt bei der Ausarbeitung des Projektes ist der kontinuierliche Einbezug zukünftiger Nutzer in den Entwicklungs- und Ideationsprozess. So wurde beispielsweise der Entwicklungsplan des Projektes basierend auf 19 Interviews mit älteren Personen erstellt, auf deren Basis ein Minimalprodukt entwickelt wurde. Auf Software-Ebene setzt das Projekt auf eine komponentenbasierte Entwicklung mit Hilfe moderner Web-Technologien, um den Entwicklungsplan Schritt für Schritt zu bearbeiten. Diese Herangehensweise verspricht eine schnellere Entwicklung des Gesamtsystems und sowohl leicht ersetzbare als auch wiederverwendbare Teilkomponenten, um diese so fokussierter evaluieren zu können.

Vertiefendere und aktuelle Informationen können auf der Projektwebsite www.historytelling.eu abgerufen werden.

Projektleitung

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Nicole Jochems Dipl.-Inform.

Leiterin des Studiengangs Medieninformatik

jochems [at] imis.uni-luebeck.de

Projektkoordination

Torben Volkmann M.Sc.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

volkmann [at] imis.uni-luebeck.de

Projektbeteiligte

Dr. rer. nat. Michael Sengpiel Dipl.-Psych.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

sengpiel [at] imis.uni-luebeck.de

Ann-Katrin Störmer

Studentische Hilfskraft

stoermer [at] imis.uni-luebeck.de