PreKris

Präventiver Schutz gegen kaskadierende Störungen Kritischer Infrastrukturen durch resiliente Prozesse in der Krisenlogistik

Zeitraum: Seit März 2026 bis Februar 2029

Projektbeschreibung

Kritische Infrastrukturen wie Energie-, Wasser- und Verkehrsnetze bilden das Rückgrat moderner Gesellschaften. Kaskadierende Störungen, bei denen der Ausfall einer Infrastruktur den Zusammenbruch weiterer Sektoren nach sich zieht, stellen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) vor wachsende Herausforderungen. Insbesondere der Klimawandel erhöht die Häufigkeit und Schwere von Extremereignissen wie Hochwasser und Starkregen, die solche Kaskadeneffekte auslösen können. In Krisenlagen müssen BOS-Kräfte komplexe Entscheidungen unter hohem Zeitdruck treffen, häufig ohne ausreichende Werkzeuge, um sektorübergreifende Abhängigkeiten und deren Auswirkungen auf Evakuierung und Notfallversorgung systematisch zu erfassen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts PreKris werden Methoden und eine Software-Anwendung entwickelt, um BOS-Kräfte bei der präventiven Planung und operativen Bewältigung von Krisenlagen mit kaskadierenden Infrastrukturausfällen zu unterstützen. Simulationsbasierte Analysen von Kaskadeneffekten werden mit einem menschzentriert entwickelten User-Interface verbunden, das komplexe Simulationsdaten für Einsatzkräfte verständlich und handlungsrelevant aufbereitet. Anhand eines Hochwasserszenarios in Gelsenkirchen werden die Kernprozesse Evakuierung und Notfallversorgung modelliert, simuliert und durch What-If-Analysen optimiert.

Der Schwerpunkt des Instituts für Menschzentrierte Interaktive Systeme (IMIS) liegt auf der menschzentrierten Gestaltung des webbasierten Entscheidungsunterstützungssystems nach ISO 9241-210. Durch Contextual Inquiry bei der Feuerwehr Gelsenkirchen, partizipative Workshops und iterative Prototypentwicklung werden die Nutzungsanforderungen systematisch erhoben und in intuitive Visualisierungen überführt. Ziel ist es, das Situationsbewusstsein der Einsatzkräfte für sektorübergreifende Abhängigkeiten zu verbessern und die Transparenz verfügbarer Handlungsoptionen bei der Maßnahmenplanung zu erhöhen.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Human-Computer Interaction, Simulationstechnik, Katastrophenmanagement und Feuerwehrpraxis entsteht ein umfassendes Verständnis für die Anforderungen an digitale Werkzeuge in sicherheitskritischen Kontexten. Die beteiligten Forschungspartner bringen dabei die Simulationsexpertise des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Krisenlogistik-Forschung der Bergischen Universität Wuppertal und das praktische Erfahrungswissen der Feuerwehr Gelsenkirchen zusammen. Die entwickelten UI-Komponenten und Gestaltungsrichtlinien werden als Open Source Software bereitgestellt, während die vfdb e.V. die bundesweite Übertragbarkeit durch Schulungskonzepte für alle deutschen BOS sicherstellt.

Projektförderer

Projektpartner

Projektleitung

Projektkoordination

Projektbeteiligte


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