Prozessführung durch multidimensionale virtuelle Welten

Zeitraum: April 1997 bis

Projektbeschreibung

Ein neuzeitliches Systemkonzept (z.B. [Rassmussen 1985]) zur Überwachung und Steuerung komplexer technischer Prozesse sieht vor, das Problem auf drei orthogonale Aspekte abzubilden: Dekomposition: Strukturierung des Systems vom Ganzen zu den Teilen in Form einer mehrstufigen Hierarchie (Aggregationshierarchie); die Aggregationshierarchie erlaubt die Fokussierung der Betrachtung auf einen situationsgerecht relevanten Ausschnitt der Anwendungswelt Abstraktion: Aufbau einer mehrstufigen Abstraktionshierarchie ausgehend vom Zweck des Systems bis hin zur physikalischen Erscheinung des Systems die Abstraktion ermöglicht die Reduzierung der betrachteten Anwendungsobjekte auf situationsgerecht ausgewählte Eigenschaften Präsentation: multimediale, benutzer- und problemgerechte Präsentation der ausgewählten Anwendungsobjekte und ihrer momentan relevanten Eigenschaften das System bzw. seine Teile werden in Abhängigkeit der momentanen Situation in angemessener Form präsentiert Durch diese drei Dimensionen kann dem Operateur ein menschen- und situationsgerechter Einblick in einen komplexen Prozess ermöglicht werden. Das Systemkonzept wurde am IMIS weiterentwickelt und wird in einem objektorientierten Rahmensystem verwirklicht. Verschiedene Anwendungsfälle sollen die Tragweite des Ansatzes auch außerhalb strenger technisch ausgelegter Prozesse zeigen. So konzentrieren sich die Arbeiten im Rahmen des Projekts insbesondere auf Anwendungen in der Medizin, insbesondere in der Anästhesie. Die flexible Struktur des Rahmensystems läßt aber ebenso komplexe Anwendungsfälle zu wie die Überwachung und Steuerung von Telekommunikationsnetzwerken.