Entwicklung einer gamifizierten Lernanwendung zur Erkennung von Misinformationen in sozialen Medien
Art der Abschlussarbeit
- Masterarbeit
Status der Arbeit
- Abgeschlossen
Betreuer/in
Hintergrundinformationen zu der Arbeit
Junge Erwachsene nutzen soziale Medien, Video-Plattformen und Messenger-Dienste
häufig als Nachrichten- und Informationsquellen. Zugleich fällt es vielen schwer, verlässliche
und irreführende Inhalte zu unterscheiden. Vor diesem Hintergrund untersucht die
vorliegende Arbeit, wie eine gamifizierte webbasierte Lernanwendung junge Erwachsene
beim Erkennen und kritischen Reflektieren von Misinformationen unterstützen kann,
ohne pauschale Skepsis gegenüber korrekten Inhalten zu fördern. Dazu werden die
theoretischen Grundlagen zu Misinformationen, Inokulationstheorie und Gamification
sowie bestehende spielbasierte Interventionen analysiert. Auf dieser Grundlage wird
eine Lernanwendung konzipiert und prototypisch umgesetzt. In einem Social-Media-
Feed ordnen Nutzende Beiträge als wahr, falsch oder unklar ein. Direktes erklärendes
Feedback, Lernmodule zu Misinformationstechniken und Gamification-Elemente begleiten
den Lernprozess. In einer explorativen Nutzendenstudie mit Messwiederholung
wird der Prototyp mit N = 19 jungen Erwachsenen evaluiert. Fragebögen und ein
Erkennungstest erfassen mögliche Veränderungen vor, unmittelbar nach und etwa eine
Woche nach der Nutzung. Nutzungsdaten und semi-strukturierte Interviews ergänzen
die Untersuchung. Die Anwendung wird insgesamt positiv wahrgenommen und als
übersichtlich, unterstützend und einfach bedienbar bewertet. Besonders das direkte
Feedback und die Lernmodule werden als hilfreich bewertet. Nutzungsdaten weisen
darauf hin, dass die Teilnehmenden die vermittelten Kriterien innerhalb der Anwendung
anwenden können. Die Erkennungsleistung steigt deskriptiv, jedoch nicht statistisch
signifikant. Die subjektiv eingeschätzten Kenntnisse und Fähigkeiten sowie das berichtete
Prüfverhalten nehmen dagegen signifikant zu. Die Ergebnisse liefern damit erste
positive Hinweise darauf, dass die Anwendung differenziertes Urteilen unterstützen
kann. Zugleich zeigen sie konkrete Ansatzpunkte für ihre Weiterentwicklung.
Starttermin
Jan. 2026
Abgeschlossen
Aug. 2026