SPEZZI
Studentische Partizipation mittels episodischer Kurzzeitpartizipation für nachhaltige Innovation in der Hochschulentwicklung
Zeitraum: Seit April 2026 bis März 2029
Motivation
Die Partizipation junger Menschen hat sich sowohl in Bezug auf ihre Formen als auch auf ihre Rahmenbedingungen in den letzten Jahren tiefgreifend verändert. Besonders im Hochschulkontext zeigt sich, dass klassische, kontinuierliche Beteiligungsformate (bspw. Gremienarbeit) zunehmend durch episodische Kurzzeitpartizipation, d.h. im zeitlichen Umfang begrenzte und wiederkehrende Möglichkeit zur Partizipation, ergänzt werden müssen. Gerade bei Studierenden mit hohen Studienbelastungen, mit für den Lebensunterhalt notwendigen Nebentätigkeiten sowie für Studierende, die parallel Care-Arbeit leisten müssen, stellt die Ressource Zeit eine zentrale Zugangsschwelle dar. An dieser Stelle setzt das Projekt an: Digitale Werkzeuge können nicht nur einen niedrigschwelligen, zeitlich flexiblen Zugang zu Beteiligung bieten, sie schaffen auch neue, hybride Räume für demokratische Mitgestaltung (bspw. asynchrone Feedbackmöglichkeiten, hybride Co-Design-Workshops), in denen analoge Partizipation durch digitale Möglichkeiten erweitert wird.
Ziele und Vorgehen
Das Forschungsprojekt SPEZZI stehen sowohl Wissensgenerierung als auch Konzeptentwicklung zur nachhaltigen Förderung von studentischen Partizipation im Wissenschafts- und Hochschulkontext mittels partizipativer Ansätze im Mittelpunkt. Dies bedeutet, dass Studierenden und weitere Hochschul-Akteur:innen als Co-Forschende, Co-Designende und Co-Reflektierende in alle Projektphasen eingebunden sind.
Dem im Participatory Design beschriebenen Prinzip des „mutual learning“ folgend wird ein voneinander Lernen bei allen Involvierten angestrebt, um gemeinsam Wissen über die Akteure und den Kontext zu erweitern und nachhaltige Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Indem Partizipation als Forschungsgegenstand einerseits und Forschungsansatz bzw. -haltung andererseits in das Projekt integriert ist, werden demnach nicht nur Daten generiert, sondern insbesondere auch Legitimität und Relevanz für den Transfer geschaffen.
Das Forschungsprojekt wird anhand der folgenden Forschungsfragen konkretisiert, welche die Untersuchung von technisch gestützten Formaten zur EKP als Gestaltungsraum zur Förderung von SPiWiHo anleiten:
- Wie wird Episodische Kurzzeitpartizipation aktuell im Hochschulsystem organisiert und wahrgenommen?
- Welche individuellen und strukturellen Effekte (technisch gestützter) Episodischer Kurzzeitpartizipation sind im Wissenschafts- und Hochschulkontext zu erwarten?
- Wie können Hochschulen auf zukünftige Anforderungen an partizipative Flexibilität reagieren, um studentische Partizipation im Wissenschafts- und Hochschulkontext zu fördern?
Innovationen und Perspektiven
Die Ergebnisse des Forschungsprojekts SPEZZI zielen darauf ab, sowohl wissenschaftliche als auch hochschulpraktische und zivilgesellschaftliche Perspektiven zu berücksichtigen. Die Verwertung der Erkenntnisse erfolgt entlang der zentralen Zielsetzung, Studentische Partizipation im Wissenschafts- und Hochschulkontext nachhaltiger, zugänglicher und anschlussfähiger zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen dabei prototypische Formate episodischer Kurzzeitpartizipation (EKP) sowie ein Toolkit, das praxisrelevante Handlungsempfehlungen umfasst.