ATI Skala

Interaktionsbezogene Technikaffinität

Zeitraum: Seit Januar 2017 bis Dezember 2020

Projektbeschreibung

Nutzer unterscheiden sich in ihrer interaktionsbezogenen Technikaffinität

Menschen unterscheiden sich darin, wie gerne sie mit Technologie interagieren möchten. Auf der einen Seite gibt es Personen, die wirklich gerne technische Systeme explorieren und sogar Spaß daran haben, technische Probleme zu überwinden. Auf der anderen Seite gibt es Personen, die eine Interaktion mit Technik soweit möglich vermeiden möchten. Das ist an sich nicht überraschend, aber Technikaffinität hat wichtige Konsequenzen für die Erforschung der Mensch-Technik-Interaktion, User Experience, Technologieakzeptanz und für die praktische Entwicklung von technischen Systemen.

Unterschiede in der Technikaffinität haben Konsequenzen für Forschung und Entwicklung

Zum Beispiel, wenn man verstehen will, warum Nutzer unterschiedlich schnell und erfolgreich lernen, ein neues System zu verwenden. Oder wenn man verstehen will, wie man die Interaktion für alle Nutzer vereinfachen kann, unabhängig davon wie gerne sie mit Technik interagieren. Evaluationsergebnisse in Usability-Studien können leicht verzerrt sein, wenn v.a. Personen mit hoher Technikaffinität teilnehmen. Diese interagieren gern mit Technik und können mögliche Probleme leichter überwinden. Entsprechend ist die Erfassung von Technikaffinität ebenso relevant wie die Erfassung von Alter und Geschlecht, wenn man die Nutzergruppe in Studien zur Mensch-Technik-Interaktion charakterisieren möchte.

Wie kann man Technikaffinität erfassen?

Die 9-Item ATI Skala ist eine eindimensionale, kurze und reliable Skala um die interaktionsbezogenen Technikaffinität zu erfassen. Sie basiert auf dem etablierten psychologischen Konstrukt "need for cognition" (Kognitionsbedürfnis) und wurde in mehreren Studien mit insgesamt über 1500 Teilnehmern erfolgreich evaluiert. Mehr Informationen bezüglich der Skala und ihrer Anwendung finden Sie in Franke, Attig, & Wessel (2019; empirische Validierung) oder in Attig, Wessel, & Franke (2017; Entwicklung). Eine Präsentation der Skala auf der HFES Europe 2017 können Sie in folgendem YouTube-Video sehen.

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Projektbeteiligte

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Franke Dipl.-Psych.

Professor für Ingenieurpsychologie und Kognitive Ergonomie

franke [at] imis.uni-luebeck.de

Dr. rer. nat. Daniel Wessel Dipl.-Psych.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

wessel [at] imis.uni-luebeck.de