Ecstasy-Online

Zeitraum: Seit Februar 1999 bis Dezember 2005

Projektbeschreibung

Neue Medien in der Kinder- und Jugendpsychiatrie In diesem Projekt ist vom Institut für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS) und der Poliklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie (Universität zu Lübeck und Universitätsklinikum) ein zielgruppengerechtes Webangebot zur Drogenprävention und Drogenberatung aufgebaut worden. Das Vorhaben war durch die Beobachtung motiviert, dass sich im Bereich der sog. "Partydrogen" (speziell Ecstasy - XTC) eine Klientel findet, die einerseits den klassischen jugendpsychiatrischen Beratungsangeboten zunehmend entfremdet ist. Andererseits aber bedient sich diese Zielgruppe in starkem Maße der Neuen Medien auf der Basis des Internets und verbindet diese Aktivitäten mit einem spezifischen Lebensgefühl. Dieser Zusammenhang wurde mit Hilfe eines WWW-Angebots genutzt, um durch die entsprechenden elektronischen Medien die Zielgruppe, d.h. Jugendliche mit Abhängigkeitsproblemen und ggf. auch deren Bezugspersonen, gezielt anzusprechen. Zur Themenpalette gehörten Sachinformationen über die Wirkung, Herkunft und chemische Zusammensetzung von Ecstasy. Weiter wurden wichtige mit Drogenkonsum und Abhängigkeit zusammenhängende Fragen beantwortet und Wege zur Unterstützung im Notfall aufgezeigt. Die XTC-Site bot auch die Möglichkeit zum direkten E-Mail-Kontakt zwischen einem Betroffenen und einem erfahrenen Therapeuten. Ein erklärtes Projektziel war es, Gestaltungs- und Benutzungskonzepte zu erproben, die den Zugang zur Information möglichst niedrigschwellig machen. Dies soll einerseits durch eine zielgruppengerechte Ästhetik und Informationsdarstellung erreicht werden. Ausserdem wird für die Behandlung der hochsensiblen Daten maximale Vertraulichkeit garantiert. Deshalb werden zusammen mit der Landesstelle für den Datenschutz Schleswig-Holstein (heute Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein, ULD) technische Konzepte der Anonymität und Unbeobachtetheit zwischen den Kommunikationspartnern prototypisch realisiert und erprobt.

Projektbeteiligte

Prof. Dr. rer. nat. Michael Herczeg Dipl.- Inform.

Professor für Mensch-Computer-Systeme (im Ruhestand), Präsidiumsbeauftragter für Digitalisierung in Bildung und Kultur

Michael.Herczeg [at] uni-luebeck.de